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Dr. José Rizal

Dr. José Rizal  (1861 – 1896) – Nationalheld der Philippinen

Geschichte
José Rizal, war ein hochbegabter Schriftsteller, Arzt und Freimaurer, eine der außergewöhnlichsten und hervorragendsten Persönlichkeiten seiner Zeitepoche, der im Zentrum der philippinischen Unabhängigkeitsbewegung stand. Durch sein gewaltfreies Eintreten für die Befreiung aus Abhängigkeit und Unmündigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft und  wegen seiner literarischen Werke war Rizal eine Inspiration für die philippinische Unabhängigkeitsbewegung und wird als Nationalheld bewundert und verehrt, und zwar nicht nur in der philippinischen Bevölkerung sondern auch darüber hinaus in Südostasien und anderen Nationen.

In der Mitte seines Lebens – mit 35 Jahren – wird er von den Spaniern hingerichtet, er gehört zu den großen Freiheitshelden aller Völker – sein Andenken darf nicht erlöschen!

1861
José Rizal wurde 1861 in Calamba City auf Luzon geboren.
Sein vollständiger Name lautet: José Protasio Rizal Mercado y Alonso Realonda.
Rizal war das siebte von elf Kindern und galt als chinesischer Mestize, so bezeichnete man in der spanischen Kolonialzeit Personen mit gemischter chinesisch-philippinischer Herkunft und wuchs in einem religiösen Elternhaus auf. Sein Vater, chinesischer Abstammung, war ein wohlhabender Kaufmann und seine gebildete Mutter stammte aus der philippinischen Oberschicht. Rizal war der Sohn einer zunächst begüterten philippinischen Familie, die aber später enteignet wurde und ihr gesamtes Vermögen verlor.

1872
nachdem José Rizal zuerst von seiner Mutter, die ihm auch literarische Kenntnisse vermittelte und über den Durchschnitt hinaus gebildet war, sowie von privaten Lehrern unterrichtet wurde, zog er nach Manila und ging in eine Jesuitenschule, die als gut und modern galt und neben alten und neuen Sprachen auch Chemie und Physik unterrichtete, was damals als teuflisch galt.

Als Rizal zehn Jahre alt ist, wird seine Mutter verhaftet und für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis gesteckt, weil sein Bruder als Rebell gegen die spanischen Kolonialherren galt.  Die Mutter verbüßt eine „Sippen-Beuge-Haft“, mit dem Ziel, dass der Sohn durch ihr Schicksal gezähmt werden soll, d.h., die Mutter wurde für die angebliche Straftat des Sohnes in Haft genommen. Durch dieses Beispiel war in Rizal früh Misstrauen entstanden.

1877 – 1882
Immatrikulation an der University of Santo Tomás in Manila
Als er erfuhr, dass seine Mutter erblindet war, entschloss er sich, Medizin zu studieren. Studium der Medizin, der Philosophie und der Literaturwissenschaften.

1882 – 1885
Fortsetzung des Studiums an der Universität in Madrid. Juni 1885 Promotion zum Doktor der Philosophie mit der Note:  „Auszeichnung“. Dass Rizal hochbegabt ist, war schon lange bekannt. Neben seinem Medizinstudium hat er auch die alten Sprachen studiert und hebräisch gelernt. Seine ganz außergewöhnliche Sprachbegabung zeigte sich auch später in Europa und Japan. Man sagt, er habe schließlich 22 Sprachen beherrscht, darunter arabisch, chinesisch, russisch und fließend deutsch. Danach erfolgte die Abreise aus Spanien.

Vorher allerdings – und das war nach der Verhaftung der Mutter der zweite Schock – wird Rizal von einem Offizier der Guardia Civil brutal zusammengeschlagen, weil er ihn in der Dunkelheit nicht erkannte und deshalb nicht gegrüßt hatte. Grußpflicht war schon immer ein Mittel der Herrschenden, gehorsame Unterwerfung durchzusetzen.

Geschichte
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1884
Beginn an der Arbeit seines weltweit berühmten Buches "Noli me tangere" (Berühre mich nicht)  – ein Roman in dem er die Ohnmacht seines Volkes unter der herrschenden spanischen Kolonialmacht beschreibt. Darüber hinaus gibt das Buch einen Einblick in den Zustand der philippinischen Nationalseele.

José Rizal wurde 1884 in den Freimaurerbund aufgenommen, seine Loge war die „Acacia-Loge Nr.9“ in Madrid. Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst  zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.

Später gründete Rizal die philippinische Loge „Filipina“. Die Freimaurer waren für die philippinische Reformbewegung von großer Bedeutung und viele Mitglieder wurden Freimaurer und suchten so internationale Unterstützung.

1885
Fortsetzung seiner Studien in Paris, wo er u.a. Werke von dem meistgelesenen und einflussreichsten französischen und europäischen Aufklärer und Wegbereiter der Französischen Revolution -  Voltaire  – liest. Voltaire war einer der bedeutendsten Kritiker der katholischen Kirche  im 18. Jahrhundert. Dies brachte ihm früh die Missbilligung der katholischen Kirche ein, die seine Schriften verbot. So erging es auch José Rizal auf den Philippinen.

Februar 1886
reiste er nach Heidelberg, wo er sich zunächst in der Augenheilkunde an der Universität Heidelberg weiterbildete und danach den Pfarrer Ulmer kennen lernt, der ihn als Gast in sein Haus in Wilhelmsfeld bei Heidelberg einlädt, wo Rizal Ruhe zum Schreiben findet und den Roman „Noli me tangere“ (Berühre mich nicht), den er in Spanien begonnen hatte, zu Ende schreibt. Darüber hinaus arbeitet er dort an der Übersetzung von Schillers „Wilhelm Tell“ ins Tagalog.  Während seines gut einjährigen Aufenthaltes in Deutschland lernte er schnell Land, Sprache und Kultur kennen. Rizal hat auch Lebensfreundschaften mit deutschen Wissenschaftlern und Theologen geschlossen, die ihn für sein ganzes späteres Leben geprägt haben. Zu Deutschland hatte Rizal eine ganze besondere Beziehung, dies kommt nicht zuletzt auch darin zum Ausdruck, dass Rizal die deutsche Sprache ausgezeichnet in Wort und Schrift beherrschte und sogar in der Lage war, in deutsch Gedichte zu schreiben. Er hat das große deutsche Befreiungs-Schauspiel, eines der wichtigsten Dramen seiner Zeit, „Die Räuber" (1781) von Friedrich von Schiller, ins Tagalog übersetzt.

Geschichte
In Wilhelmsfeld bei Heidelberg, gibt es noch heute einen Rizal Park mit einem Rizal Brunnen und einem ihm gewidmeten Denkmal. In Ulm hat Rizal Kinderbücher illustriert, u.a. die „Max  und Moritz-Geschichten“.

Es folgt die Abreise nach London und anschließend Berlin. Seine Abreise nach Europa erregte bei den christlichen Orden, das waren Dominikaner, Jesuiten, Augustiner, Franziskaner usw. Anstoß und sie verurteilten jene, die nach Europa gingen, denn dort bestand die Gefahr, infiziert zu werden von liberalen freiheitlichen Ideen.

1887
wurde sein berühmter erster Roman „Noli me tangere“  (Berühre mich nicht) in spanischer Sprache in Leipzig gedruckt, in einer Auflage von 2000 Exemplaren und in Berlin herausgegeben. Darin prangert er die Machtgier der katholischen Kirche auf den Philippinen, die Heuchelei und den sexuellen Missbrauch der philippinischen Frauen durch die spanischen Mönche und die Unmenschlichkeit des Militärs an. Die spanische Zensur verbot das Buch, es hatte aber auf geheimen Wegen seine Wirkung. Ein weiteres Buch und viele Aufsätze, die zum Aufstand gegen die Spanier aufriefen, wurden auf den Philippinen geheim verbreitet.

1887
wurde Rizal Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Freundschaft mit dem Vorsitzenden Prof. Karl Virchow, deutscher Arzt an der Berliner Charité und Politiker, der als Gründer der modernen Pathologie und als einer der bedeutendsten modernen Mediziner galt.

Befreundet war Rizal ferner mit einem der besten Kenner der Philippinen, dem Österreicher Professor Ferdinand Blumentritt,  Ethnograph und Gymnasialdirektor in Leitmeritz. Blumentritt und Rizal waren enge Freunde. Über zweihundert Briefe dieser Freundschaft sind erhalten. Rizal empfindet diese Freundschaft als "Umarmung zweier Rassen". Blumentritt wird heute noch auf den Philippinen – obwohl er nie dort war -  als Mentor Rizals und Förderer der philippinischen Unabhängigkeit verehrt.

Rizal unternahm weiterhin ausgedehnte Reisen nach Belgien, England, Frankreich, Hongkong, Japan, Schweiz, Spanien, Österreich-Ungarn und durch die USA.

1887
kehrt Rizal  – nach fünfjähriger Abwesenheit heim. Auseinandersetzungen wegen seines ersten Buches „Noli me tangere“  (Berühre mich nicht) mit den Dominikanern zwingen ihn, schon Ende des Jahres die Philippinen wieder zu verlassen. Er schreibt für die Zeitschrift der Filipinos in Spanien „La Solidaridad“, die mehr Rechte für die Filipinos fordert.
Geschichte

1888
Flucht und überstürzte Abreise über Hongkong, Japan, durch den Pazifik und durch die USA nach Europa, wo er seinen zweiten Roman schreibt.

1891
erscheint in Gent, Belgien sein zweiter dramatischer Roman, „El Filibusterismo“ (Der Aufruhr) in spanischer Sprache. Er ist dem Andenken der drei von den Spaniern als Filibusteros, Seeräuber, diffamierten und wegen Aufruhr 1872 hingerichteten Priester gewidmet. Damit geriet Rizal endgültig in Opposition zur herrschenden spanischen Obrigkeit. Bildung und Wissen galt auf den kolonialen Philippinen als lebensgefährlich, vor allem gegenüber der mächtigen römisch-katholischen Kirche und den spanischen Mönchsorden – seine Werke waren ausdrücklich verboten.

Auf den Philippinen wurde zwischenzeitlich, um die stärker werdende Opposition gegen die Kolonialmacht zu züchtigen, durch den rigorosen spanischen Generalgouverneur, der aufgrund seiner drakonischen Methoden bekannt war, ein Exempel statuiert. Er ließ über ein halbes Hundert wohlsituierte Familien enteignen, vertreiben und ihre Häuser verbrennen. Darunter befand sich auch die Familie Rizals.

1891
verkürzt Rizal seinen USA-Aufenthalt. Er erfährt, dass seine Eltern nach einem verlorenen Gerichtsverfahren um ihren Besitz gebracht und deportiert worden waren. Die Geldzahlungen aus Manila bleiben deshalb aus. Rizal darbt halbverhungert, auch das ist ein Grund in die Heimat zurückzukehren.

Auf dem Schiffsweg nach Manila macht er einen Zwischenaufenthalt in Hongkong, wo sich einige hundert Regimekritiker aufhalten. Rizal praktiziert kurzfristig als Augenarzt und hilft einem Amateurschriftsteller bei der Korrektur eines Pamphlets gegen die spanischen Mönche.

1892
Obwohl die Familie und Freunde ihm von einer Rückkehr auf die Philippinen abraten, hält Rizal an seinen Reiseplänen fest. Er informiert den spanischen Generalgouverneur über seine Rückkehr; vorsichtshalber verfasst er aber Abschiedsbriefe an seine Familie, weil er sich über sein weiteres Lebensschicksal  bei seiner Rückkehr unsicher ist. Am 26.Juni 1892 trifft Rizal aus Hongkong in Manila ein. Die beiden ersten Besuche beim Generalgouverneur  verlaufen durchaus in freundlicher Atmosphäre. Rizal erreicht, dass sein Bruder und weitere Verwandte vom Gouverneur begnadigt werden.

1892 gründete Rizal die gewaltlose Reformbewegung „Liga Filipina“. Wenige Tage später wird er unter der Beschuldigung subversives Material eingeschmuggelt zu haben, verhaftet und nach Dapitan auf Mindanao verbannt. Die Verbannung ist Willkür, ohne gerichtlichen Prozess. Mundtot gemacht, widmet er sich u.a. ärztlichen Aufgaben.
Zeitweilig lebt auf Mindano seine Familie bei ihm, er kann das Augenleiden seiner Mutter behandeln. Ein Lotteriegewinn ermöglicht ihm Landerwerb und er kann Lebensmittel zum Verkauf produzieren. Nebenbei praktiziert Rizal als Arzt und gründet eine Schule. Er holt Josephine Bracken zu sich, eine irische Waise, die er in Hongkong kennenlernte und die er am Tag seiner Hinrichtung heiratet.
Geschichte

1896
Um der Verbannung zu entfliehen, meldet sich Rizal 1896 freiwillig als Arzt, um auf der Seite der Spanier gegen den Kubanischen Unabhängigkeitskrieg zu dienen. Genau zu dieser Zeit bricht die bewaffnete „Philippinische Revolution“ aus. Auf der Reise nach Kuba wird Rizal in Barcelona wegen der Bildung illegaler Vereinigungen und der Förderung und Anstiftung zur Rebellion verhaftet und zurück nach Manila gebracht. Die angebotene Möglichkeit, in Singapur zu fliehen, schlägt er aus. Sein Tod wird von ihm akzeptiert für die Freiheit der Philippinen. In Manila wird der 35-jährige philippinische Augenarzt, Dichter, Bildhauer und Philosoph von einem Kriegsgericht wegen Verschwörung gegen die spanischen Kolonialherren zum Tode verurteilt und am Morgen des 30. Dezember 1896 um sieben Uhr in Manila, dem heutigen Rizal-Park, erschossen.

Seine Bereitschaft wegen seiner gewaltfreien und gemäßigten politischen Überzeugung Verfolgung und den Tod zu akzeptieren, und die würdige Art, in der er sein grausames, hartes Martyrium hinnahm, haben ihm große Glaubwürdigkeit, Bewunderung und Verehrung nicht nur bei seinen  Landsleuten verliehen, sondern weit darüber hinaus.

Im Stadtbezirk Intramuros in der Festung de Santiago in der Rizal vor seiner Hinrichtung eingekerkert war, schrieb er   „Mein Letztes Lebewohl“ (Mi Ultimo Adios) Hier ein kleiner Auszug seines Abschiedsgedichtes, dass er vor seiner Hinrichtung heimlich seiner Schwester gab: „Hört mein letztes Lebewohl, geliebte Philippinen! Ich vertraue euch alles an, die Eltern und Freunde, ich gehe ins Land ohne Sklaven, Henker, Tyrannen, wo Gott herrscht und der Glaube nicht tötet“.

Lebewohl, geliebtes Vaterland,
du Kind der Sonne,
Perle des östlichen Meeres,
verlorenes Paradies.
Mit Freuden schenke ich dir
mein trauriges, betrübtes Leben.
Und wenn es auch strahlender,
frischer und blühender wäre,
um dir zu dienen,
hätte ich es gegeben. ….

Sollte irgendwann
auf meinem Grab
in dichtem Gras
eine schlichte Blume blühen,
führe sie an deine Lippen
und küsse meine Seele,
Und ich werde unter kalter Erde
auf meiner Stirn
den Hauch deiner Zärtlichkeit,
den Hauch deiner Wärme spüren.

Geschichte

Die Festung de Santiago beherbergt heute ein Museum, in dem u. a. Ausstellungsstücke von und über Rizal zu sehen sind, z. B. der Text des Gedichtes Mi ultimo adios in mehreren Sprachen, auch auf deutsch, und ein Schrein (Rizal Shrine) zu Ehren Rizals. Auch der Kerker ist noch vorhanden und kann besichtigt werden.

Der 30. Dezember ist Rizal zu Ehren ein Nationalfeiertag auf den Philippinen.

An dem Platz seiner Hinrichtung Im Luneta Park steht ein Ehrendenkmal für den Philippinischen Freiheitshelden Dr. José Rizal.
Wer heute das Fort Santiago in Manila besucht, sieht vermeintlich Dr. Rizal in seiner Todeszelle sitzen: als Wachspuppe, tief über den Tisch gebeugt, das enge, fensterlose Verließ  erhellt nur eine brennende Kerze.

Dr. José Rizal war  gefährlich für die Mächtigen vor allem durch seine Gedanken. Denn sie inspirierten all jene, die sich der philippinischen Unabhängigkeitsbewegung anschlossen.

Auszüge und Originale aus den wichtigsten Werken Rizals findet der Besucher heute im Museum des Fort Santiago – darunter Rizals wichtigstes Werk "Noli me tagnere" – "Berühre mich nicht".

Neben Möbel- und Kleidungsstücken sowie den literarischen Werken Rizals ist im Fort Santiago das Original des Brunnens zu sehen, an dem sich der Heidelberger Student Rizal ausruhte.

Heute flanieren auf den Mauern des wiederhergestellten Forts Touristen und Einheimische und genießen den Blick auf den Pasig River von Manila.

von Ursula Jasef / Kontakt: jasef@dns2world.asia